Der Planungsprozess

Planung Stadthafen
Planung Stadthafen
Die Planungen zum Touristischen Gewässerverbund Leipziger Neuseenland sind das Ergebnis einer beispielhaften regionalen Zusammenarbeit. Der Grüne Ring Leipzig als regionaler freiwilliger Zusammenschluss aus zwei Landkreisen, der Stadt Leipzig und 11 weiteren Umlandgemeinden bot hierfür die ideale Plattform. Aufgrund der vielen Einzelprojekte, aus denen sich das Gesamtprojekt zusammensetzt, und der schrittweisen Entwicklung bedurfte es einer abgestimmten Planung, in die Gemeinden, die Stadt Leipzig, die Landkreise und die zahlreichen weiteren Akteure wie die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) aber auch Sportvereine, Naturschutz- und Tourismusverbände sowie die Wirtschaft einzubinden waren. Das Ergebnis ist der abgestimmte Leitplan „Wassertouristisches Nutzungskonzept Region Leipzig“ (WTNK). Auf der Grundlage dieses Leitplanes werden die erforderlichen Maßnahmen für den Gewässerverbund abgeleitet, koordiniert und abgestimmt. Eine Steuerungsgruppe aus Entscheidungsträgern der Politik und der Verwaltung sorgt für eine zügige Umsetzung der Einzelmaßnahmen, der Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig fungiert als zentraler Betreiber der wassertouristischen Anlagen. 

Die Umweltverträglichkeit war bei der Projektentwicklung ein integraler Planungsbestandteil. Planungsansatz war es, den Touristischen Gewässerverbund mit seinen baulichen Maßnahmen und Kursen im Rahmen der Verträglichkeitsuntersuchungen abgestimmt zu definieren, um negative Wirkungen von Beginn an zu minimieren.

Die Verträglichkeitsuntersuchungen bezogen sich naturschutzfachlich schwerpunktmäßig auf das kohärente europäische Schutzgebietssystem Natura 2000, da der Leipziger Auwald als Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiet geschützt ist. Gewässerökologisch wurde für die Fließgewässer die Verträglichkeit des Konzeptes mit den Zielsetzungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie beurteilt und es wurde geprüft, inwieweit die Gewässer für die geplanten Bootsnutzungen geeignet sind. Im Ergebnis der Untersuchungen ist eine wassertouristische Nutzung auf über 80% der Fließgewässer ohne erhebliche Beeinträchtigungen der Natur möglich. Für einige Fließgewässerabschnitte werden Reglementierungen, darunter auch das Einhalten des Verzichts auf Befahrung während der besondern Schutzzeiträume, erforderlich.

Gewässerökologisch ist die Begrenzung der Emissionen für Motorboote von Bedeutung. Die Entwicklung des LeipzigBoots ist eine Konsequenz aus diesen Anforderungen. Für einzelne Seen ist aufgrund der bergbaulichen Vornutzung eine Tendenz zur Versauerung festgestellt oder prognostiziert worden. Ein durch den Sanierungsträger LMBV entwickeltes Grundsanierungs- und Nachsorgekonzept zur Neutralisation sorgt für eine stabile Wasserqualität und damit für die Einhaltung der Qualitätsstandards zur Badenutzung bzw. zur Wassereinleitung in die Vorfluter. Um unvorhersehbaren Beeinträchtigungen in wertvollen Naturräumen vorbeugen zu können, wird begleitend zur Entwicklung der wassertouristischen Nutzung ein Monitoring durchgeführt. Insgesamt wurde durch den integrativen und transparenten Planungsansatz ein von allen Beteiligten akzeptierter Rahmen des Machbaren geschaffen und frühzeitig Planungssicherheit hergestellt.